Es räuspert sich, es holt tief Luft und kommt aus tiefster Lungentiefe... Es spuckt. Spucke überall. Es sollte Doggy bags geben für all diese Spucke. Moritz' Rat: einfach ignorieren. Aber wie, wenn ich zu diesem Geräusch aus dem Schlaf gerissen werde und automatisch Deckung suche?
Wir haben die Grenze passiert. Abgesehen von der zeitlichen Dauer ein unkompliziertes Unterfangen. Wir verstehen ja eh nicht was die Zöllner beantwortet haben wollen - also machen wir ein ernstes Gesicht und versuchen möglichst seriös zu wirken.
Die Grenzstadt Suifenhe rüstet sich für grosses: Casinos und riesige Hotelkomplexe, eine Hochgeschwindigkeitsstrecke für den Zug ist im Bau. Wir nehmen auf Umwegen einen Bus nach Harbin. Der Bus ist alt, also darf man gerne allen Abfall auf den Boden schmeissen. Kein Problem. Und nach 6h stolpern wir alle über Müllberge nach draussen.
Harbin beeindruckt uns. Weil wir in einer 5 Millionenstadt gelandet sind und die schiere Grösse und der Verkehr uns etwas aus dem Konzept bringt. Fussgänger gegen Autos, ein Machtspiel das irgendwie in der Masse zu funktionieren scheint.
Und dann nehmen wir einen Hochgeschwindigkeitszug nach Peking. Im Zug wird nicht gespuckt und nichts zugemüllt, denn er ist nigelnagelneu.
Übrigens haben die Chinesen gemäss eigener Aussage in fünf Jahren Hochgeschwindigkeitstechnologie erfunden, für die die Europäer 50 Jahre gebraucht haben. Vielleicht haben sie die Technik auch nur abgeschaut oder eingekauft, aber das sind wohl nur Zweifel zweier Neider.
Kaum sind wir in China, werden wir an allen Ecken und Enden über den Tisch gezogen. Grundsätzlich bezahlen wir immer nur die Hälfte vom vorgeschlagenen Preis, und nehmen an, dass die finsteren Mienen zum Spiel gehören.
In Peking sind wir mit vielen anderen Touristen auf Hauptattraktionenfang. Aber wir laufen auch viel und landen in spannenden Gässli und entdecken auch kulinarisch viel Neues. Surreal und überwältigend empfinden wir die Geschichte und die Errungenschaften dieser Hauptstadt. Einen schalen Beigeschmack hinterlässt die masslose Selbstverherrlichung und die rücksichtslose Art und Weise wie sich Peking neu erfindet.
Und Moritz würde am liebsten 1.4 Milliarden Menschen zu etwas mehr Disziplin erziehen. Wie man ansteht ohne zu drängeln, wie man zuerst die Menschen aussteigen lässt bevor man in die Metro steigt, wie man markierte Zonen für Ein- und Ausstieg benützt.
Und sie starren ihn an. Nicht gucken sondern starren. Sekundenlang. Bald verlangen wir zehn Yuan pro Foto mit Moritz. So werden wir uns die Reise locker weiterfinanzieren. Ist es der Bartwuchs? Die Brille? Die Haare? Wir wissen es nicht. Höfliche Chinesen bitten um ein Foto mit dem Ausländer aber die Mehrheit knipst aus dem Hinterhalt. Das Knipsgeräusch und ein verstohlenes Lächeln entlarven die Täter.
Und endlich endlich ist es ein paar Grad wärmer und wir geniessen die Sonne!
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| Harbin ist kalt - oder "Wie überquere ich eine 8-spurige Strasse?" |
| Sicherheitschecks überall und immer. |
| Und wir essen. Wir essen sehr gut! |
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| Freiluft-WC. Die Luft war nicht gut. |
Ist sie echt? "Hohl" gemäss Moritz' Aussage.![]() |
| 2-Kind-Politik auf pekinesisch |
| Sonnenuntergang im Smog |
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| Spezialitäten auf dem Nachtmarkt: Skorpione, Maden, Käfer, Seepferdchen & Co. |

















